Risszahlen

Risszahlen

Eine einheitlich akkordierte Rissstatistik zu führen ist ein schwieriges Unterfangen.

Neben begutachteten Rissen gibt es verletzte Tiere (die entweder genesen oder euthanasiert werden müssen) und abgängige Tiere, von denen manche später wieder auftauchen. Weiters gibt es Entschädigungen auf Kulanzbasis von sogenannten indirekten Schäden (zeitgleich oder später festgestellte Abgänge in Gebieten mit bestätigten Wolfsrissen) oder von unbestätigten Rissen.

Definitionen

Ein Riss definiert ein totes Tier, bei dem ein Rissbegutachter den Angriff eines großen Beutegreifers als primäre Todesursache festgestellt hat (auf welcher Basis liegt in seiner Kompetenz als Amtssachverständiger) und der Besitzer daraufhin vom Bundesland für das tote Tier entschädigt wurde.

Die Definition für ein verletztes Tier ist, dass der Rissbegutachter das Tier lebend angetroffen und untersucht/beprobt hat, es wird als verletztes Tier entschädigt oder vom Bundesland als solches zumindest registriert.

Versprengt/Abgängig sind Tiere, die nach Feststellung eines räumlich- und zeitlichen Zusammenhangs durch einen Rissbegutachter oder der zuständigen Behörde, durch das Bundesland entschädigt oder zumindest als solche registriert wurden.

Zahlen zu Nutztierrissen 2024

Anhand der Informationen der Sachverständigen der einzelnen Bundesländer erstellt das ÖZ die Risszahlen für ganz Österreich. Dabei wird zwischen getöteten, verletzten und vermissten Tieren unterschieden:

  • Getötet: Die Rissbegutachtung hat den Angriff eines großen Beutegreifers als primäre Todesursache festgestellt, weil das Tier direkt beim Angriff getötet wurde oder notgeschlachtet werden musste.
  • Verletzt: Die Verletzungen entstammen laut der Rissbegutachtung dem Angriff eines großen Beutegreifers.
  • Vermisst/abgängig: Tiere, die nach Feststellung eines räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs mit einem Rissereignis verschwunden sind und als solche vom Bundesland registriert wurden.

Die hier aufgeführten Risszahlen sind nicht tagesaktuell. Endgültige Zahlen können erst mit Anfang des Folgejahres nach Eingang aller Entschädigungsanträge in den Bundesländern mitgeteilt werden. Ob und in welcher Höhe eine Entschädigung erfolgt, ist in den einzelnen Bundesländern geregelt.

Bearbeitungsstand: Oktober 2024
Datenquelle sind die jeweiligen Bundesländer.

BeutegreiferNutztierartgetötetverletzt vermisst
WolfSchaf/Ziege20335169
Rind17121
Pferd010
Gatterwild300
BärBienenstöcke23
Schaf/Ziege 8123
Rind100
GoldschakalSchaf1215
Gesamt26750198

Nutztierisse 2024 nach Bundesländern sortiert als Download: ÖZ_Risszahlen_2024_10_BLs

Zahlen zu Nutztierrissen 2023

Bundesländer Gesamt

Abfrage: Februar 2024
Datenquelle sind die jeweiligen Bundesländer

Beutegreifer Nutztierart getötet verletzt vermisst
Wolf Schaf/Ziege 460 27 607
Rind 20 0 4
Pferd 2 3 0
Gatterwild 5 0 0
Bär Schaf/Ziege 42 0 7




Goldschakal Schaf/Ziege 21 0 35
Gesamt
550 30 653

Nutztierisse 2023 nach Bundesländern sortiert als Download: ÖZ_Risszahlen_2023_Bundesländer

Zahlen zu Nutztierrissen 2022

Bundesländer Gesamt

Abfrage: Februar 2023
Datenquelle sind die jeweiligen Bundesländer

Beutegreifer Nutztierart getötet verletzt vermisst
Wolf Schaf/Ziege 782 67 920
Rind 9 2 0
Bär Schaf/Ziege 51 0 66
Rind 1 0 0

Bienenstock 1 0 0
Goldschakal Schaf/Ziege 13 1 10
Dammwild 4 0 0
Gesamt 861 70 996

Nutztierisse 2022 nach Bundesländern sortiert als Download: ÖZ_Risszahlen_2022_Bundesländer

Entwicklung der Nutztierverluste durch den Wolf, 2009–2024

Die in den Grafiken dargestellten Gesamtverluste (getötete, verletzte und vermisste/abgängige Nutztiere) basieren bis 2016 auf Monitoringdaten, ab 2017 auf Entschädigungsmeldungen der Bundesländer an das Österreichzentrum.

Bei niedrigem Wolfsbestand können individuelle Verhaltensunterschiede stark zum Tragen kommen. Einzelne Tiere können in einem begrenzten Zeitraum ihrer Anwesenheit viele Risse und so deutliche Spitzen in der Kurve verursachen.

Wie in anderen europäischen Ländern auch, sind Schafe die mit Abstand häufigsten Opfer von Wolfsangriffen auf Nutztiere. Ziegen sind ähnlich gefährdet, aber viel seltener auf Weiden anzutreffen. Diese beiden werden nachfolgend gemeinsam dargestellt, da Ziegen nicht jedes Jahr und dann nur in sehr geringer Zahl betroffen sind. Größere, wehrhaftere Weidetiere wie Rinder und Pferde werden weitaus seltener angegriffen. Jungtiere sind bei den letzten beiden Arten eher gefährdet, aber auch erwachsene Rinder wurden in Österreich von einem Einzelwolf schon gerissen.